Der russische Pianist Andrej Hoteev

Der russische Pianist Andrej Hoteev

Zwischen zwei Welten
Herausgegeben von Gabriele Helbig

248 Seiten / brosch.
ISBN 978-3-932976-70-4
Euro 22,- (D) / Euro 23,80 (A)

Inhaltsverzeichnis

Nach langen Jahren des Wartens liegt sie endlich vor: die Biografie des russischen Pianisten Andrej Hoteev, der seit 25 Jahren mit seiner Familie in Hamburg lebt. Doch es ist mehr als eine Biografie. Es eröffnet sich ein Panorama des 20. Jahrhunderts. Hoteev hat durch akribische Forschungsarbeit die Originale von Werken Tschaikowskys, Rachmaninows und Mussorgskys entdeckt, sie in europäischen Hauptstädten aufgeführt, auf CD veröffentlicht. Das Buch gibt zugleich Einblicke in die moderne Entwicklung der Musik in Russland und Europa, insbesondere der Klaviermusik - das persönliche Zeugnis eines Ausnahmemusikers.

Wer ist Andrej Hoteev?

Hoteev: „Ich verstehe mein Leben als Roman. Es sind nicht meine Ideen und Wörter. Schlüsselfiguren in meinem Leben waren nicht nur meine geistigen Lehrer, sondern auch die Menschen, die mir die Augen öffneten, um mich selbst besser zu verstehen. Und wie einmal Swjatoslaw Richter sein Festival in Moskau übertitelte: Schubert – Schumann – Chopin. Diese drei ,scha‘, russische Aussprache. Für mich aber waren führend und bedeutsam die drei M: Mandelstam, Thomas Mann und Matisse. Thomas Mann hat neben vielen interessanten Gedanken diese Idee im Essay ,Leiden und Größe Richard Wagners‘ (1933) formuliert. Die kam meinen Vorstellungen sehr nah. Man kann sagen, dass mein Leben zwei wichtige parallele Linien aufweist: der Weg zur Musik und der Weg zur deutschen Sprache. Beide fanden bei mir immer gleichzeitig statt.“

Dies ist die Lebensgeschichte des russischen Pianisten Andrej Hoteev, der seit 25 Jahren mit seiner Familie in Deutschland lebt, von ihm selbst im Gespräch mit Gabriele Helbig dargebracht. Er hat durch unermüdliche Forschungsarbeit die Originale von Werken Tschaikowskys, Rachmaninows und Mussorgskys entdeckt, sie persönlich in europäischen Hauptstädten aufgeführt, auf CD veröffentlicht. Das Buch ist zugleich als ein Panorama der modernen Entwicklung der Musik in Russland und Europa zu verstehen, insbesondere der Klaviermusik, außerdem das persönliche Zeugnis eines Ausnahmemusikers mit breit gefächertem historischem Horizont.

Tschaikowskys Klavierkonzerte gehören heute zu den berühmtesten Klavierwerken weltweit. Doch sie waren in ihrer Zeit ein ungewohnt modernes Hörerlebnis, sodass sie ein dramatisches Schicksal durchlaufen mussten, ehe sie die Welt erobern konnten. Lange blieb ihm die Logik der Form im Finale verborgen. Das war für Hoteev ein erster Anstoß, sich Gedanken darüber zu machen, was dort tatsächlich passiert. Ende der 1980er Jahre verstand er es per Zufall, auch intuitiv. Danach bekam er Quellen und Bestätigung, dass das Klavierkonzert Nr. 3 Es-Dur op. posth. 75 nicht unerheblich verfälscht wurde. Tschaikowsky schrieb es dreisätzig, doch der 2. und 3. Satz wurden von Sergei Tanejew entfernt. Anschließend wurde kommentarlos der 1. Satz veröffentlicht. Das war der erste Schritt. Ein ähnliches Schicksal hatten die Klavierkonzerte Nr. 1 b-Moll op. 23 und Nr. 2 G-Dur op. 44.

 

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